Mein Weg aus dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

 



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Selbstmedikation

Leider gibt es in Sachen Therapie gerade kaum nennswerte Fortschritte. Die SHG macht Sommerpause und der Doc ist im Moment nicht in der Lage mir einen neuen Termin zu geben.

Allerdings hat mir ein Freund (selbst ADHSler und Vater 2er ADHSler) einen guten Tipp gegeben.

Das homöopathische Mittel Espricot. Im Grunde Fischöl mit Magnesium, Zink und ein paar anderen Sachen schlägt bei ihm besser an als es Stratera tat.

Nun also habe ich mir auch eine Packung gekauft und ich muss sagen ein Hammer.

Ich weiß noch nicht ob ich die gesunden Menschen bedauern oder beneiden soll, wenn das wirklich das normale Denken ist.

Ich bin es gewohnt seit Kindesbeinen an 1000 Gedanken gleichzeitig zu haben, doch plötzlich herrscht Stille in meinem Kopf. Oder zumindest ist es um einiges ruhiger geworden. Keine Gedanken mehr die mich umtreiben aber fast ertappe ich mich dabei das Chaos zu vermissen.

Ich fühle mich beinahe beschnitten, allerdings bin ich froh, dass es keine nennenswerten Nebenwirkungen gibt. Hat mich mein Medikament vor ein paar Jahren ohne jede Libido sein lassen ist das nun nicht der Fall und das ist sehr angenehm denn mit nichtmal 30 jahren wäre das kaum zu ertragen.

Ich schaffe es auf einmal eine Arbeit zu Ende zu führen ohne ständig zu springen, selbst mein höheres und abwechslungsreiches Arbeitspensum der letzten zeit bringt mich nicht aus der Spur.

Ich habe Hoffnung :-)

2.7.09 21:29


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ADS-SHG

Leider gab es ein paar Rückschläge. Zum einen gab es im Job Stress wegen der Erkrankung zum anderen fiel mein Arzt wegen einer Erkrankung bei meinem letzen Termin leider aus. Auf einen Ausweistermin warte ich noch (auch wenn es schon einen Monat her ist).

Aber gestern dann war meine erste Selbsthilfegruppe zum Thema ADS und ich bin wirklich begeistert, erleichtert, euphorisch,... Zum einen hatte ich die Gelegenheit mit dem Doc zu reden und mir ist versichert worden, dass er sich nächste Woche bei mir meldet um schnellstmöglich einen Termin mit mir zu machen aber vor allem: Ich bin nicht alleine!

Ich kann natürlich nicht auf den Inhalt eingehen, aber ich kann nur jedem Betroffenen raten: Sucht euch Hilfe, versucht nicht alleine einen Weg zu finden, vielleicht schafft ihr es sogar aber der Weg ist extrem steinig.
Die Selbsthilfegruppen können einem wunderbare Ansätze geben, man tauscht sich aus, seine Erlebnisse, seine Erfahrungen und alleine das hilft einem schon sich selbst besser zu verstehen. und vielleicht hat man auch einen Aha-Effekt von Gedanken die einem nie alleine gekommen wären, dass ADS vielleicht sogar ein Segen sein kann, zumindest was manche Eigenheiten angeht.

24.4.09 10:04


Sitzung zwei und weiteres

Inzwischen hatte ich meine zweite Sitzung beim Neurologen.

Anscheinend habe ich die ersten Fragebögen nicht ADS-typisch genug beantwortet ("Da waren ein paar Antworten dabei die nicht hundertprozentig passten" und somit bestand die zweite Sitzung aus einem weiteren Gespräch und noch mehr Fragebögen um den Grad meiner Erkrankung zu spezifizieren. Der nächste Termin ist in einem Monat und dann werden wir auch anhand der Fragebögen klären welche Medikation ich nun genau kriegen soll, schließlich wollen wir ja die Nebenwirkungen so klein wie möglich halten.

 In dieser Woche findet aber schon mal ein Informationsabend zum Thema ADS in der Klink statt wo man andere Betroffene treffen, sich austauschen und Informationen erhalten kann.

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

25.2.09 09:25


Meine Symptome

Meine Symptome zu beschrieben ist nicht so einfach, vor allem weil ich nicht weiß was alles wirklich zu ADS gehört und was nicht.

Die Monitorwand
Wenn ich jemandem ADS erklären soll, so greife ich gerne das Bild einer großen Wand voller Monitore auf. In der Mitte befindet sich ein großer Plasmaschirm umgeben von dutzenden 30cm Fernsehern. Der Monitor in der Mitte ist das aktuell betrachtete Bild und nur dieser hat auch Ton.
Ein gesunder Mensch legt die Fernebdienung weg und kann sich problemlos auf das Programm konzentrieren, leider ist das bei einem AD(H)Sler nicht so, hier hat die Fernbedienung einen Wackelkontakt, so dass das Programm auf dem Hauptschirm ständig wechselt. Der einzige Weg dies zu kontrollieren besteht darin mittels Medikamente die Batterien der Fernbedienung zu blockieren.

Tagträumen
Es passiert mir regelmäßig, dass ich plötzlich merke, dass ich Minuten lang einen Punkt angestarrt habe ohne ihn wirklich gesehen zu haben. Ich kann mich später nicht mal mehr erinnern woran ich in dem Moment gedacht habe.
Sehr unangenehm ist dies zum Beispiel in der U-Bahn wenn ich merke, dass der von mir mit debilem Gesicht betrachtete Punt vielleicht die Nasenspitze meines fremden Gegenübers ist.

Prokrastination
Im Dinge aufschieben bin ich ganz groß. Egal was es ist, aufräumen, irgendwelche Aufgaben, Zahlungen, irgendeine Ausrede finde ich immer um es nicht jetzt sondern "gleich" zu machen, wobei "gleich" ein sehr dehnbarer Begriff sein kann.

Ausblenden der Wirklichkeit
Eigentlich verwandt mit der Tagträumerei. Es kann passieren, dass ich über etwas nachdenke und plötzlich nichts mehr sehe weil meine Gedanken das gesamte Wahrnehmungsspektrum übernehmen. So kann es passieren, dass ich ein Buch lese und am Ende der Seite ankomme ohne es bewusst gelesen zu haben weil ich grade in Gedanken war. Wenn ich die Seite nochmal lese kommt mir der Text zwar unterbewusst bekannt vor aber ich könnte ihn nicht wiedergeben.
Ähnliches kann mir beim Telefonieren passieren. Jeder Mensch muss einen Text lesen den er sieht. Dies kann bei mir aber weiter gehen. Wenn ich zum Beispiel telefoniere und plötzlich sehe ich einen Text oder ein Bild so wird der optische Eindruck plötzlich auf den Hauptschirm gezappt und das Telefonat wird komplett ausgeblendet. Ich höre de Facto nicht einmal mehr, dass ich mit jemandem telefoniere obwohl ich noch antworte auch dies geschieht aber unterbeweusst.
Dies kann bei mancher Frau übrigens sehr praktisch sein, wenn gerade mal wieder ein Redeschwall beginnt einfach einen beliebigen Text  ansehen und schon hört man sie nicht mehr ;-)
Problematisch kann so etwas aber zum Beispiel beim Autofahren werden, hier reicht schon das Grübeln über ein Thema um die gesamte Strecke quasi im Blindflug zurückzulegen. Ich weiß nicht mal mehr wie ich irgendwohin gekommen bin merke das erst wenn ich am Ziel angekommen bin.

Fehlende Akustiksortierung
Man kennt das, man steht in einer Disko an der Theke und unterhält sich mit seinem Gegenüber. Dies ist möglich weil das Gehirn in der Lage ist Umgebundsgeräusche herauszufiltern und nur den für das Gespräch interessante Ton durchzulassen. (Natürlich gibt es hier gewisse Grenzen). Dies kann mein Gehrin nicht, so wie alle Eindrücke ungefiltert auf mich einstürzen passiert dies auch im akustischen Bereich. Hierdurch fällt es mir schon in einem Restaurant schwer einem Gespräch nur anhand des Tones zu folgen, 70% des Inhalts muss ich mir über Gestik und Lippenbewegungen meines Gegenübers zusammenreimen, häufig imitiere ich auch nur den Gesichtsausdruck, ein Lachen oder Grinsen in der Hoffnung, dass dies gerade auf das Gesagte passt.

VG
ADS

13.2.09 13:30


Die erste Sitzung

Mein Psychotherapeut(gegen Soziale Phobie, ADS, Minderwertigkeitskomplexe) hatte mir den Namen eines ADS-Spezialisten hier in der Stadt gegeben und mir geraten mich bei diesem zu melden um meine Probleme auch medikamentös in den Griff zu bekommen.

Als ich dort anrief erhielt ich einen Termin nach über 2 Monaten, also hatte ich einige Zeit mich darauf vorzubereiten und die notwendigen Unterlagen (Grundschulzeugnisse, Blutbild, etc.) zu besorgen.

Der Termin selbst verlief nicht ganz wie erwartet. So gab es keine wirkliche Untersuchung sondern in erster Linie nur ein gespräch, von den erhofften Medikamenten war auch noch keine Rede. Aber ich denke der Doc versteht mich denn wenn ich mir sein Büro so betrachte scheint er auch ein gewisses Maß an ADS zu haben, denn viel chaotischer ist meine Wohnung auch nicht.

Nach dem Ausfüllen einiger Fragebögen (einer ging wohl um das Vorhandensein von Depressionen, wobei man nach den Fragen erst so richtig depri wird) wurde ich für einen Folgetermin einen Monat später eingetragen. Dieser ist nächste Woche.

Mal sehen ob es dann eher wie eine Therapie abläuft.

 

VG

ADS

13.2.09 13:13


Auf in ein neues Leben

Warum dieser Blog.

Nun in den letzten Monaten ist bei mir einiges passiert so dass ich meine ADS-Erkrankung nicht mehr länger ignorieren kann, sie alleine zu bewältigen scheint inzwischen unmöglich.

Doch der Reihe nach.

Was ist ADS?

Bei ADS oder auch ADHS handelt es sich um eine neurologische Störung durch die der erkrankte nicht in der Lage ist seine Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu fokussieren. Bei ADHS kommt zum Aufmerksamkeitsdefizit noch Hyperaktivität hinzu, was bei Kindern schon mal die Supernanny auf den Plan ruft.
ADS, so wie ich es habe tritt eher mit einer träumerischen Lebensführung hinzu, ich weiß nicht wie oft es mir schon passiert ist, das ich gerade etwas tue und plötzlich nach mehreren Minuten feststelle, dass ich völlig weggetreten aus dem Fenster starre und einen Punkt im Nirgendwo fixiere. Eine wirkliche Kontrolle ist hier kaum und wenn dann nur unter extremen Anstrengungen möglich.

Ein weiteres Problem ist extreme Prokrastination (Aufschieberitis) Aufgaben bleiben stunden-, tage- oder wochenlang liegen oder werden gar nicht erledigt. In extremen Fällen sind keinerlei berufliche Perspektiven mehr vorhanden, da der Erkrankte seine Aufgaben schlicht und ergreifend nicht mehr bewältigen kann.

Im letzten Jahr hatte es bei mir extrem geknallt, zu meinen aufgeschobenen Aufgaben zählten Rechnungen so das man mir einen Tag nach meinem Geburtstag den Gaszähler abgenommen hat und meine Wohnung fortan kalt bleib.

Dies und einige Zwischenfälle im Job haben mich dazu bewogen endlich eine Therapie anzugehen um meine Krankheit in den Griff zu bekommen.

Vor einigen Jahren hatte ich zwar schon ähnliches probiert allerdings habe ich (im Alter ovn 24 Jahren) doch ein Problem gehabt als meine Libido und Potenz durch die Medikamente auf 0 herunter gingen und habe diese schnell wieder abgesetzt.

Doch nun bin ich bereit auch dies zu akzeptieren bis die Medikamente eingestellt sind.
Von meinen Erlebnissen in der Therapie und meinem Leben mit der Krankheit, möchte ich fortan hier erzählen.

VG

ADS

13.2.09 13:06





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